THC, CBD, Synthetische Cannabinoide, Spice, Marihuana

Cannabiskonsum erreicht eine zunehmende Popularität und das obwohl es in Österreich, wie in den meisten  Staaten Europas, dem Gesetz nach eine illegale Substanz darstellt, deren Besitz, Erwerb und Vertrieb (u.a.) mit Strafe verbunden ist (lt. §27 SMG).

Es gibt vielerlei Gründe, die einen (freien) Cannabiskonsum rechtfertigen sollen, darauf werde ich aber hier nicht weiter eingehen. Denn meine Aufgabe als Psychiater sehe ich in der Behandlung von Menschen mit einem Problemkonsum von Cannabis. Eines darf man nicht außer Acht lassen: Cannabis ist ein Suchtmittel, gekennzeichnet durch Toleranzentwicklung, Entzugssymptome, einer Schädigung des Körpers und der Psyche sowie anderen charakteristischen Punkten.

Aktuellen internationalen wissenschaftlichen Studien und Reviews zufolge kann Cannabiskonsum zu folgenden körperlichen und psychischen Problemen führen bzw. erhöht das Risiko erheblich, dass diese auftreten:

  • Beeinträchtigung des Gedächtnisses (Arbeitsgedächtnis bzw. Kurzzeitgedächtnis)

  • Beeinträchtigung des Lernens

  • Verringerung des IQs (ca. um 8 Punkte!)

  • Veränderung der Stimmungslage in Richtung Depression

  • Entstehung einer Erhöhten Ängstlichkeit i.S. einer Angststörung

  • Auftreten von ernsthaften Psychosen

  • Begünstigung von Schizophrenie (auch oft als „Hängenbleiben“ bezeichnet)

  • Begünstigung einer Suchtentwicklung von anderen legalen und illegalen Substanzen

Die sozialen Folgen können daraus folgernd u.a. zum Fehlen eines Lehrabschlusses oder Schulabschlusses, zu Schwierigkeiten in der Arbeitswelt, zu Beziehungsproblemen oder auch zu gesetzlichen Problemen wie z.B. mit dem Führerschein führen.

Die meisten Probleme sind in der Regel unter Abstinenz reversibel. Der Weg zur Abstinenz ist jedoch nicht immer leicht und selten symptomfrei. So gibt es auch bei Cannabiskonsumenten ein Entzugssyndrom, welches typischerweise nach 1-2 Tagen auftritt und bis zu 4 Wochen anhalten kann. Die Entzugssymptome sind unter anderem eine gereizte Stimmung, Craving, Schlafstörungen, Alpträume, Schwindel und Übelkeit.

Diese Entzugssymptome können gut medikamentös behandelt werden.

Ein weiteres Problem, dass entstehen kann, betrifft die Gründe des Konsums und somit die Folgen der Abstinenz, da die Gründe vermutlich wiederkehren. D.h. Cannabis wird wie ein Medikament eingesetzt. Um welche Gründe auch immer es sich handelt, auch diese sind in der Regel behandelbar, entweder durch entsprechend wirksame Medikamente mit/oder durch Psychotherapie.

Cannabiskonsum in der Schwangerschaft ist absolut nicht zu empfehlen! Ganz gleich was andere behaupten.

Wenn sie unter einem der genannten Symptome bzw. Beschwerden leiden, oder mehr als 2x pro Woche Cannabis konsumieren, dann empfehle ich Ihnen eine fachärztliche Untersuchung bzw. Behandlung.

Konsumieren Sie zusätzlich Opiate, wie z.B. Heroin, oder sind im Substitutionsprogram, dann empfehle ich Ihnen sich an eine suchtspezifische Einrichtung zu wenden.

Ich biete Ihnen in meiner Ordination folgendes an:

  • Umfassende Diagnostik

  • Entsprechende Beratung, auch von Angehörigen

  • Medizinische / Psychotherapeutische Behandlung