COVID-19 & Unsere Psyche

Die Covid-19-Pandemie geht mit zahlreichen psychischen Belastungsfaktoren, die uns alle (be)treffen können, einher.

Empfehlungen zum Umgang mit psychischer Belastung

Der Ausbruch des von COVID-19 macht vielen Menschen Angst. Massive Einschränkungen im Alltagsleben verstärken psychische Belastungen. Um diesen hilfreich zu begegnen ist es entscheidend, das seelische Gleichgewicht nicht zu verlieren.

Viele Wissenschaftler und Forscher weltweit beschäftigen sich intensiv mit dem Virus und die Auswirkungen auf die Gesellschaft, sowohl gesundheitlich als auch ökonomisch. Die Empfehlungen stellen den aktuellen Stand der Forschung aus Psychiatrie, Psychologie und Psychotherapie dar.

Die wichtigsten und wirkungsvollsten Schutzmaßnahmen zuerst:

  1. Mund-Nasen-Schutz tragen – FFP2 Masken sind für den Selbstschutz geeignet
  2. Abstand halten – mehr als 1m wird empfohlen
  3. Hände desinfizieren oder waschen, wo es die Möglichkeit gibt
  4. Physische Kontakte reduzieren

 

Niemand von uns hat eine solche Situation jemals erlebt. Viele Gefühle sind daher als normale Reaktionen zu werten.

Umgang mit Medien & Informationen zu COVID-19

Gehen Sie bewusst mit Informationen um und suchen Sie gezielt bei vertrauenswürdigen Quellen nach Informationen (AGES, Ministerien, hochwertige Tageszeitungen, ORF, Robert-Koch-Instititut, CDC der USA). Denken Sie daran, dass die Situation dynamisch ist. Täglich werden neue Informationen gewonnen und vorherige Informationen können sich verändern. Politische Entscheidungen spiegeln in der Regel gesundheitliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Erkenntnisse bzw. Forderungen wider.  Medial beherrscht COVID-19 die Berichterstattung. Umso wichtiger ist ein regelmäßiges Abschalten bzw. Informationspausen.

Den Alltag gestalten

Behalten Sie Ihre Routinen bei oder entwickeln Sie neue. Sorgen Sie für eine abwechslungsreiche Tagesstruktur. Setzen Sie sich feste Uhrzeiten zum Essen und Aufstehen etc. Arbeiten sie von zu Hause (homeoffice), dann gestalten sie ihre Arbeitszeiten und -gewohnheiten ähnlich wie im Büro. Haben sie Familie oder Kinder im gemeinsamen Haushalt, dann ist eine klare Regelung – z.B. zu welchen Zeiten sie der Familie zur Verfügung stehen – empfehlenswert.  Üben sie ihre Hobbies, falls möglich, weiterhin aus. Gehen sie regelmäßig spazieren!

Das eigene Heim verlassen

Menschen auf der Straße tragen häufig einen MNS. Tragen sie einen MNS ? Treffen sie auf jemanden der keinen MNS trägt, dann achten sie auf 1,5  – 2m Abstand beim Reden. Ein Vorbeigehen stellt, sofern sie nicht direkt angehustet werden, kein Risiko dar. Das Verhalten in öffentlichen Verkehrsmitteln, Supermärkten, Banken etc. wird ausreichend kommuniziert.

Soziale Kontakte

Durch den Verlust der sozialen Kontakte leiden sehr viele Menschen. Als soziale Wesen sind wir Menschen auf soziale Kontakte, ähnlich wie auf Grundnahrungsmittel, angewiesen. Daher:

  • Halten Sie ihre sozialen Kontakte aufrecht!
  • Sie können, sollen und dürfen sich persönlich treffen! (ausgenommen gesetzlich-wirksame Ausgangsbeschränkungen)
  • Schränken sie aber die Anzahl der gleichzeitigen Kontakte (Party, Feiern etc.) ein.
  • Achten sie dabei auf Personen die zur Risikogruppe gehören.

Kommunikation ist in Zeiten von Krisen besonders wichtig. Nutzen Sie Möglichkeiten zur Vernetzung wie Telefon, Email, Videotelefonie oder Chatprogramme und halten Sie Kontakte aufrecht.

Akzeptanz

Akzeptieren Sie die Komplexität der Situation. Entwickeln Sie eine annehmende Haltung für die aktuelle Situation, um Energie für andere Bereiche freizusetzen, auf die Sie Einfluss ausüben können. Dadurch lösen Sie sich schrittweise von belastenden Gedanken.

Selbstfürsorge

Schlafen Sie ausreichend, ernähren Sie sich gesund und bewegen Sie sich ausreichend. Meiden Sie schädliche Strategien, wie den Konsum von Alkohol oder anderen Substanzen, um Ihre Gefühle zu regulieren. Wenn sie ihr Gewicht halten wollen, dann reduzieren sie ihre Mahrzeiten um ein Viertel.

Verantwortung

Kümmern Sie sich um Ihre Freunde, Familie und Bekannte und v.a. alte Menschen. Bieten Sie Unterstützung an und helfen Sie sich gegenseitig.

Stress

Bauen Sie regelmäßig Stress ab. Nutzen Sie Sport oder Entspannungstechniken (Achtsamkeit, Progressive Muskelentspannung), um Stress abzubauen und sich zu erholen.

Kinder

Zeigen Sie sich offen und gesprächig mit Ihren Kindern, versichern Sie ihnen, dass Sie für sie da sind und sich um sie kümmern. Besprechen Sie zeitgerecht alle Veränderungen und Pläne, für Kindergarten, Schule, Freunde, Spielplatz oder Geburtstagsfeiern. Bewahren Sie Ruhe und klären Sie offene Fragen. Unterstützen sie Ihre Kinder bei homeschooling so gut wie sie es können, fördern sie auch dort die Eigenstädnigkeit und fordern sie bei Unklarheiten von den Lehreren aktive Unterstützung ein.

Isolation / Quarantäne

Betrachten Sie die Situation als eine Auszeit, in der Sie, falls möglich, selbstbestimmt Ihren Tag gestalten können. Nutzen Sie die Zeit, um in sich zu gehen. Sichern Sie sich Unterhaltung mit Büchern, Spielen oder dem Erlernen neuer Dinge. Sprechen Sie mit Ihrem Partner/ Ihrer Partnerin oder Ihrer Familie darüber, was passiert, wenn Sie sich streiten sollten. Der eine oder andere Konflikt wird intensiver auftreten. Konflikte können jedoch auch strategisch / bewusst verschoben werden und eine Bearbeitung nach der Isolation angestrebt werden.

Suchen Sie professionelle Hilfe bei akuten Belastungen

Wenn z.B. Angst oder Niedergestimmtheit unaushaltbar werden. Psychiater, Psychologen, Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Krankenpflegepersonal, Psychosoziale Einrichtungen, Hausärzte, Krisendienste etc. sind telefonisch oder persönlich stets für sie da.

Informiert bleiben – aber richtig

  • Vertrauenswürdige Informationsquellen nutzen
  • Zum Abschalten regelmäßige Informationspausen einlegen
  • Anerkennung der dynamischen Situation und Veränderungen

Den Alltag positiv gestalten

  • Tägliche Routineabläufe beibehalten
  • Homeoffice = Arbeit, d.h. Zeiten definieren und Umgebung anpassen
  • Alltag mit Aktivitäten und Gewohnheiten gestalten

Sich austauschen und einander helfen

  • Soziale Kontakte aufrechterhalten und Telefon, Internet etc. nutzen
  • Tauschen sie sich über die üblichen Themen, oder die Krise, aus
  • Unterstützen sie oder suchen sie Unterstützung in ihrem Umfeld

Negative Gefühle anerkennen, positive Gefühle stärken

  • Gefühle von Überforderung, Stress und Sorgen anerkennen
  • Unterbrechen von negativen Gedankenspiralen
  • Konzentration auf schöne und positive Erlebnisse

Wenn es Ihnen sehr schlecht geht: professionelle Hilfe suchen

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