Alkohol und Tabak zählen zu den legalen psychotropen/psychoaktiven Stoffen, die ein starkes körperliches aber auch psychisches Abhängigkeitspotenzial besitzen.

 

Sie sind in Österreich, abgesehen von einer Altersbeschränkung, gesetzlich frei erhältlich und daher uneingeschränkt immer und überall verfügbar. Die Zahl der Menschen, die diese Substanzen konsumieren ist enorm groß. Gesundheitspolitische Maßnahmen versuchen dem entgegenzuwirken, da beispielsweise die Behandlungskosten der durch diese Stoffe (mit-)verursachten Krankheiten ebenso enorm groß sind. Insgesamt wird auch von einem großen volkswirtschaftlichen Schaden gesprochen.

Wer hat noch nie Alkohol gekostet oder Rauchen ausprobiert?

Zu Beginn eher geschmacklich abschreckend, doch das wird rasch überwunden und man erfährt durchaus Angenehmes.

Warum ist es so schwierig damit wieder aufzuhören?

Hier gibt es zwei wesentliche Antworten, die miteinander in Verbindung stehen, zu erwähnen.

Die Neurobiologische Seite: hier spricht man vom sogenannten Belohnungssystem in unserem Gehirn, d.h. diese psychotropen Stoffe wirken über verschiedene Wege auf dieses System. Dort finden in der Folge Anpassungen statt, die Auswirkungen auf andere System haben, die dann auch die gesamte Psyche beeinflussen. Kurz gesagt, das Belohnungssystem reagiert auf verschiedene psychische und stoffliche Reize, die dann von unserem Nervenzellen in verarbeitbare Signale übersetzt werden. Dopamin, einer dieser Botenstoffe der zur Signalübertragung gehört, ist an diesen Vorgängen maßgeblich beteiligt. Jedes Verhalten und jeder Stoff, der auf das Belohnungssystem positiv einwirkt, führt zu einer Dopamin-Ausschüttung, gefolgt von einem angenehmen Gefühl bis hin zu einem High. Gleichzeitig wird eine Erwartungshaltung und ein Verlangen verstärkt. Bleibt eine Wiederholung des Reizes aus, dann wird das Verlangen (Craving) noch mehr verstärkt, was immer als unangenehm wahrgenommen wird, und eine weitere Kaskade von Mechanismen in Gang gesetzt.

Die psychologische Seite lässt sich in etwa so darstellen: Das tückische beim Rauchen und Trinken ist das Ausbleiben einer unmittelbaren negativen Auswirkung, sozusagen die schmerzhafte Logik, welche notwendig wäre, um uns davon abzuhalten. Oder anders ausgedrückt: „Die Hand am Herd verbrennt sofort, die Leber / Lunge des Alkoholikers / Rauchers nur sehr sehr langsam“. Und es ist sogar das Gegenteil der Fall: Raucher rauchen gerne, es gibt nach jedem einzelnen Zug ein positives Gefühl, also kann es ja nicht schlecht sein. Alkohol trinken erzeugt ja bekannter Weise in kleineren Mengen auch ein positives Gefühl, man fühlt sich euphorisch.

Wir genießen Alkohol und Tabak … und was noch?

Dieses System lässt sich grob auf die Suchtentstehung gesamt umlegen.

Aufgrund dieser Erkenntnisse lässt sich dieses System aber auch beeinflussen, einerseits durch Medikamente, andererseits durch Psychotherapeutische Maßnahmen.

Entzugssymptome sind je nach Stoff unterschiedlich, bei Tabak vermehrt psychisch und bei Alkohol vermehrt körperlich ausgeprägt.

Körperliche Entzugssymptome entstehen aber vor allem über andere Systeme und Strukturen im ZNS, wobei hier die Toleranzentwicklung und die Über- bzw. Unteraktivierung bestimmter Hirnregionen zu nennen sind.